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Bremer Psychoanalytische Vereinigung
e.V. |
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Geschichte der Bremer
Psychoanalytischen Vereinigung
Die
Anfänge
Die Geschichte der Bremer
Psychoanalytischen Vereinigung (früher: Psychoanalytischen Arbeitsgemeinschaft
Bremen) begann im Jahre 1959, als Herr Dr. med. Hans-Jürgen Seeberger - auf
Initiative des Direktors der Bremer Nervenklinik, Prof.Dr. Schulte - die
Leitung der Psychosomatischen Abteilung übernahm. Seeberger hatte seine
psychoanalytische Ausbildung am Berliner Institut abgeschlossen und seit 1954
in der Psychoanalytischen Klinik Heidelberg bei Prof. Dr. Alexander
Mitscherlich gearbeitet. Als Lehr- und Kontrollanalytiker gründete er 1960 mit
den Herren Dr. Ehebald, Dr. Grodzicki und Prof. Dr. Scheunert das Institut der
DPV in Hamburg, womit auch Bremer Kolleginnen und Kollegen die Möglichkeit
einer Ausbildung nach den Richtlinien der DPV eröffnet wurde. In der Folgezeit
arbeiteten mehrere Ausbildungskandidaten bzw. Mitglieder der DPV und der Bremer
Arbeitsgemeinschaft in der Psychosomatischen Abteilung des Zentralkrankenhauses
Bremen Ost -1971 umbenannt in „Institut für Psychoanalytische Therapie und
psychosomatische Medizin": Frau Dr. med. Schulte (1961-70), Frau Dr. med.
Raisich-Jordt (1962-64), Frau Dipl. Psych. Zentner (1964-68), Herr Dipl. Psych.
Dr. Gattig (1968-79) und Herr Dr. med. Haack (seit 1974), welcher nach der
Pensionierung Seebergers 1984 die Leitung übernahm. Bis heute bestehen enge
Kontakte zwischen der Arbeitsgemeinschaft der DPV in Bremen und diesem
Institut, in dem Mitglieder der DPV arbeiten (Herr Dipl. Psych. Dr. Hemken,
Herr Dipl. Psych. Dr. med. Münch, Frau Dipl. Psych. Koch, Frau Hofstra) und in
dessen Räumen die DPV bis zum Jahr 2001 ihre Ausbildung durchführte.
Die
Gründung der Psychoanalytische Arbeitsgemeinschaft Bremen
Das Hamburger Institut der DPV war
1971 in das von der Gesundheitsbehörde eingerichtete staatliche „Institut für
Psychoanalyse und Psychotherapie", das „Balint-Institut“, übergegangen, in
dem neben der analytischen Ausbildung auch Psychagogen unterrichtet werden sollten.
Probleme, die diese Umstrukturierung mit sich brachte, veranlassten die Bremer
Mitglieder der DPV, die Herren Jordt, Schulte, Seeberger und Seemann, 1973 ihre
Aufnahme in das Berliner Psychoanalytische Institut zu beantragen. Anfang der
70er Jahre gab es auch erste Überlegungen zur Gründung eines eigenen
Ausbildungsinstitutes. Als die formalen Voraussetzungen hierfür erfüllt waren,
erfolgte am 1.11.1974 auf der DPV-Tagung in Stuttgart die Gründung der
Psychoanalytischen Arbeitsgemeinschaft Bremen.
Psychoanalytische
Ausbildung nach den Richtlinien der DPV
Im November 1974 nahm die Bremer
Arbeitsgemeinschaft die Ausbildungstätigkeit mit zwei Kandidaten und sieben
Teilnehmern auf. Seit 1976 existiert eine eigenständiger örtlicher
Ausbildungsausschuss. Von Anfang an wurde versucht, nicht nur dem durch die DPV
vorgegebenen breiten Spektrum von Ausbildungsinhalten gerecht zu werden,
sondern darüber hinaus Anregungen und Anstöße von auswärtigen Kolleginnen und
Kollegen für die Ausbildung zu nutzen, die als Gastdozenten Veranstaltungen
anboten. Zahlreiche Gastvorträge und anschließende Kontrollfallseminare
ermöglichten es, das Interessenfeld der kleinen Bremer Gruppe auszudehnen und
zu bereichern.
Seit 1981 beteiligte sich die
Psychoanalytische Arbeitsgemeinschaft an der ärztlichen Weiterbildung gemäß der
Weiterbildungsrichtlinien zum Erwerb des Zusatztitels „Psychotherapie",
die seit Ende der 60er Jahre von der Städtischen Nervenklinik durchgeführt
wird. Eine Weiterbildungs- und Prüfungsordnung für den ärztlichen Bereich wurde
1999 von der Mitgliederversammlung verabschiedet. Seit Bestehen der Bremer
Arbeitsgemeinschaft wurden insgesamt 22 Psychoanalytiker/innen nach
DPV-Richtlinien ausgebildet. 5 Mitglieder kamen aus anderen Instituten; 5 sind
affiliierte Mitglieder. Zur Zeit (2003) befinden sich 5 Kandidaten, 2
Teilnehmer und 3 Bewerber um den Zusatztitel „Psychotherapie" in
Ausbildung.
Zugehörigkeit
zur „Bremer Arbeitsgruppe"
1951 hatten die damals in Bremen
tätigen Psychotherapeuten sich in einem Verein, der „Arbeitsgruppe für
Psychotherapie" zusammengeschlossen. 1970 wurde die Arbeitsgruppe von der
Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der DGPT als selbständiges
Ausbildungsinstitut anerkannt. 1968 waren Herr Seeberger und Frau Dr. Schulte
der Arbeitsgruppe beigetreten und nahmen dann als Kontrollanalytiker an der
Ausbildung des Instituts teil. Die Gründung der Psychoanalytischen
Arbeitsgemeinschaft geschah im Einvernehmen mit der „Arbeitsgruppe", deren
damalige geschäftsführende Vorsitzende, Frau Dr. Ina Weigelt, affiliiertes
Mitglied der DPV war. Auch weitere DPV-Psychoanalytiker/innen wurden Mitglieder
der Bremer Arbeitsgruppe, nicht zuletzt aus berufspolitischen Gründen und
ungeachtet erheblicher Unterschiede zwischen den Ausbildungswegen.
Die starke Ausweitung der
Weiterbildung von Ärzten, Diplom-Psychologen und Pädagogen veranlasste die
Bremer Arbeitsgruppe, im Jahr 1984 ein neues, eigenständiges Institut zu
gründen. Die Arbeitsgruppe selbst erhielt nun hauptsächlich Aufgaben der
Fortbildung, der öffentlichen Interessenvertretung und der Kooperation der
verschiedenen Gruppierungen unter ihrem Dach, des Psychoanalytischen Instituts
einerseits und der Psychoanalytischen Arbeitsgemeinschaft der DPV andererseits.
1985 wurde eine neue Satzung erarbeitet. Die „neue" Bremer Arbeitsgruppe
leitete Frau Dr. Schulte als I. Vorsitzende. Herr Bruns, Frau Reichel-Kaczenski
und Frau Köster-Schlutz von der DPV haben in der Folgezeit wichtige Arbeit im
Vorstand geleistet.
1988 gehörten von 69 Mitgliedern der
Bremer Arbeitsgruppe 12 der Psychoanalytischen Arbeitsgemeinschaft der DPV an.
1999 waren von inzwischen 165 Mitgliedern der Arbeitsgruppe 20 DPV-Mitglieder,
2 weitere affiliierte Mitglieder der DPV.
Vereins-
und Institutsgründung
Am 2.Oktober 1991 gründete die
Bremer Arbeitsgemeinschaft der DPV mit 15 Gründungsmitgliedern einen Verein.
Erste Überlegungen, auch ein eigenes Institut zu gründen, führten schließlich
am 25.September 1995 zum Abschluss eines Kooperationsvertrages mit dem
Zentralkrankenhaus Bremen Ost, der eine Kooperation mit der dortigen Ambulanz,
Nutzungsrechte für die Räumlichkeiten und die Fachbibliothek sowie die
Gegenleistungen beinhaltete. Damit war zugleich ein erster Schritt getan, um
die formalen Voraussetzungen für die Anerkennung als KBV-Institut zu erfüllen.
Eine neue Weiterbildungs- und Prüfungsordnung wurde erarbeitet, die sich an die
des Hamburger Instituts anlehnt. Am 25. Oktober 1995 beschloss die
Mitgliederversammlung, die Mitgliedschaft in der DGPT und die KB V-Anerkennung
zu beantragen.
Im Frühjahr 1996 wurde die Bremer
Arbeitsgemeinschaft von der DGPT als eigenständiges Institut anerkannt, mithin
die von der KBV an die DGPT delegierte fachliche Überprüfung positiv
entschieden.
Seit 1991 haben sich die Mitglieder
der Arbeitsgemeinschaft - seit 1993 auf speziell dazu eingerichteten
berufspolitischen Treffen - mit dem zu erwartenden Psychotherapeutengesetz und
dessen Auswirkungen auf die psychoanalytische Ausbildung beschäftigt. Das
Inkrafttreten des Gesetzes im Januar 1999 hat den Diskussions- und
Informationsbedarf immens erhöht und im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft wie auch
der Arbeitsgruppe vielfältige Aktivitäten ausgelöst, um den neuen
Erfordernissen - etwa bei der Beteiligung an der Ausbildung zum psychologischen
Psychotherapeuten - Rechnung zu tragen. Vor allem aber war es notwendig, die
Konsequenzen für das psychoanalytische Selbstverständnis, mögliche
Veränderungen für die Ausbildung, die DPV und die Psychoanalyse insgesamt zu
durchdenken und zu diskutieren. Dabei waren und sind Kontroversen
unvermeidlich.
Am 4. April 2001 wurde die
Psychoanalytische Arbeitsgemeinschaft von der Landesbehörde als
Ausbildungsinstitut nach dem Psychotherapeutengesetz anerkannt. Im Sommer 2002
benannte sich die Arbeitsgemeinschaft in „Bremer Psychoanalytische Vereinigung“
um.
...über
die Grenzen Bremens hinaus
Das Jahr 1992 stand ganz im Zeichen
der Vorbereitung der Arbeitstagung der DPV, die vom 19.-22. Mai 1993 in Bremen
stattfand. Der Kongress hatte das Thema „Wege zur Deutung im psychoanalytischen
Prozess - Fühlen - Denken - Verstehen". Aus diesem Anlaß veröffentlichte
die Arbeitsgemeinschaft eine Dokumentation „Auf den Spuren Freuds - ein
Rundgang durch Bremen", die an Freuds gemeinsamen Aufenthalt mit Jung und
Ferenczi in der Hansestadt vor ihrer Amerikareise im Jahre 1909 erinnert.
Mitglieder der Bremer
Psychoanalytischen Vereinigung haben sich auf Bundes- und europäischer Ebene in
wichtigen Positionen für die Psychoanalyse engagiert: Herr Dr. Gattig 1996-98
als Vorsitzender der DPV, 1994-96 und 1998-2000 als stellv. Vorsitzender der
DPV; Frau Dr. Junkers 1996-99 als Herausgeberin des Bulletins der EPF, seit
1999 als Generalsekretärin der EPF; Herr Prof. Dr. Bruns von 2000 bis 2002 als
stellv. Vorsitzender, seit 2002 als 1. Vorsitzender der DPV.